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Bericht
von Orgelbaumeister Paschen (2)
Die
Windladen wurden in traditioneller Weise angefertigt, materialgemäß
aber so ausgelegt, dass ihnen die Warmluftheizung der Kirche nichts
anhaben kann. Die Schleifen sind aus Holz, die Ventilschlitzflächen
sind papiert, die Ventile selbst doppelt beledert, und die direkt
angehängten Abzugsdrähte laufen durch Lederpulpeten. Die Windladen
haben keine eingebauten Windladenbälge.
Statt
mit einer modernen Windanlage habe ich die Orgel mit einer nach
historischem Vorbild nachgebauten Windversorgung ausgestattet,
bei der drei große Keilbälge, sichtbar und frei hinter der Orgel,
in einem Tragegerüst aus Holz aufgestellt sind. Der frei atmende
Wind wird über außenliegende Kanäle aus Holz zu den einzelnen
Windiaden geführt. Stoßfänger oder ähnliches wurden nicht verwendet,
aber der heutigen Zeit entsprechend ist doch ein elektrisches
Windgebläse vorhanden.
Der
Nachbau des großen Gehäuses erfolgte aus massivem Eichenholz,
das geräuchert wurde und auf der Innenseite unbehandelt blieb.
Die
klangliche Wiedereingliederung der historischen Prospektpfeifen
bildete ein besonderes Problem, denn die sehr dünnwandigen und
dadurch leichten Pfeifen geben nicht so stabile Töne wie neue
Pfeifen von sich, aber der doch erreichte Klangcharakter des Hauptwerks
Prinzipal 8' hat einen so edlen Schmelz, wie ihn nur alte Pfeifen
haben können.
Da
der Prinzipal aber ab e' doppelt im Prospekt steht, ergibt sich
ein leuchtend-silberner Klang, der über die Unregelmäßigkeiten
hinweg hören läßt und wirklich ein Klangzeugnis der alten Busch-Orgel
darstellt. Die
Intonation und Mensurierung der neuen Pfeifen sind dem alten Pfeifenbestand
angelehnt und vermitteln den Eindruck von gesundem und kräftigem
Orgelklang. ...
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zur Fotodokumentation Orgelbau 1984
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